Wer im Salesforce-Umfeld arbeitet, kennt die Frage: Welche Salesforce-Zertifizierung sollte ich als Nächstes machen? Platform Administrator, Developer, Consultant, Marketing Cloud oder Data 360?
Mit Agentforce verändert sich diese Frage. Salesforce entwickelt seine Plattform zunehmend in Richtung Daten, Automatisierung und KI-Agenten. Dadurch entstehen zusätzliche Aufgaben und neue Verbindungen zwischen bisherigen Spezialisierungen.

Für Salesforce-Fachkräfte bedeutet das nicht, dass klassische Zertifizierungen an Bedeutung verlieren. Interessanter wird vielmehr, welche Kompetenzen sich sinnvoll ergänzen und welche praktischen Aufgaben sich dadurch übernehmen lassen.
Ein Marketing Cloud Spezialist mit Data-360-Kenntnissen bringt beispielsweise ein anderes Kompetenzprofil mit als ein reiner Marketing-Spezialist. Ein Salesforce Developer mit Integrationswissen und Agentforce-Erfahrung kann zusätzliche Aufgaben übernehmen, die über die klassische Apex-Entwicklung hinausgehen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welche Salesforce-Skills lassen sich sinnvoll miteinander kombinieren und welche Kompetenzen können die eigene berufliche Entwicklung unterstützen?
Salesforce-Zertifizierungen bleiben eine wichtige Grundlage
Die klassischen Salesforce-Zertifizierungen bilden weiterhin eine wichtige Basis für unterschiedliche Spezialisierungen. Dazu gehören beispielsweise:
- Salesforce Certified Platform Administrator
- Salesforce Certified Platform Developer
- Salesforce Certified Platform App Builder
- Zertifizierungen für Sales Cloud und Service Cloud
- Marketing-Cloud-Zertifizierungen
Sie dokumentieren Wissen über die Salesforce-Plattform, ihre Funktionen und verschiedene Anwendungsbereiche.
Gleichzeitig erweitert Salesforce seine Zertifizierungslandschaft um Kompetenzen rund um Daten und KI. Dazu gehören unter anderem der Agentforce Specialist, der Data 360 Consultant sowie Zertifizierungen für Agentforce Sales und Agentforce Service.
Besonders interessant ist die Zertifizierung Marketing Cloud Next Consultant.
Salesforce beschreibt dieses Kompetenzprofil als Kombination aus datenorientierten Marketinglösungen auf Data 360, der Orchestrierung KI-gestützter Kampagnen über Agentforce und Flow sowie der Beratung zu Architektur und Implementierung.
Dabei ist zwischen den bisherigen Marketing-Cloud-Produkten und Marketing Cloud Next zu unterscheiden. Die neue Zertifizierung bezieht sich auf ein spezifisches, datenorientiertes Lösungsportfolio und ist nicht mit allen bisherigen Marketing-Cloud-Zertifizierungen gleichzusetzen.
Die Entwicklung verdeutlicht jedoch, wie sich Kompetenzen im Salesforce-Ökosystem stärker miteinander verbinden.
Vom Salesforce-Spezialisten zum Schnittstellenprofil
Datenintegration, Automatisierung und die Anbindung externer Systeme gehören schon lange zum Salesforce-Umfeld. Mit Agentforce kommen zusätzliche Anforderungen hinzu, insbesondere wenn KI-Agenten Informationen aus unterschiedlichen Quellen nutzen oder Aktionen in Geschäftsprozessen auslösen sollen.
Dadurch kann es für Fachkräfte wichtiger werden, angrenzende Technologien und Aufgabenbereiche zu verstehen.
Ein Marketing Cloud Spezialist beschäftigt sich beispielsweise mit Kampagnen, Zielgruppen, Customer Journeys und Marketing Automation. Mit zusätzlichen Kenntnissen in Data 360 kann dieses Profil um Datenmodellierung, Datenintegration und die Zusammenführung von Kundeninformationen erweitert werden.
Kommt Agentforce hinzu, entsteht eine weitere Kompetenzebene: die Einbindung von KI-Agenten in definierte Marketing- und Geschäftsprozesse.
Aus einer Spezialisierung auf Marketing Cloud kann dadurch ein erweitertes Profil entstehen, das Marketing Cloud, Data 360 und Agentforce miteinander verbindet.
Das bedeutet nicht, dass jeder Marketing-Spezialist alle drei Bereiche umfassend beherrschen muss. Es zeigt aber, wie aus bestehenden Fachgebieten zusätzliche Spezialisierungsmöglichkeiten entstehen.
Marketing Cloud und Data 360: Wenn Marketing und Daten zusammenkommen
Marketingprozesse sind auf relevante und möglichst zuverlässige Kundendaten angewiesen.
Welche Produkte wurden gekauft? Welche Interaktionen gab es bereits? Welche Interessen sind bekannt? Über welche Kanäle hatten Kunden Kontakt zum Unternehmen?
Je besser diese Informationen verfügbar und miteinander verknüpft sind, desto differenzierter können Zielgruppen und Customer Journeys gestaltet werden.
Salesforce Data 360, früher Data Cloud, kann dabei helfen, Daten aus unterschiedlichen Quellen zu verbinden und für Salesforce-Anwendungen nutzbar zu machen. Dazu gehören unter anderem Datenintegration, Datenmodellierung und Funktionen zur Zusammenführung von Identitäten.
Für Marketing-Cloud-Fachkräfte kann sich das Aufgabenprofil dadurch erweitern. Neben der Umsetzung von Kampagnen gewinnt das Verständnis dafür an Bedeutung, woher Kundendaten stammen, wie sie verarbeitet werden und welche Voraussetzungen für ihre Nutzung bestehen.
Allerdings gilt: Eine größere Datenmenge führt nicht automatisch zu besseren Marketingmaßnahmen. Datenqualität, Einwilligungen, Datenschutz und eine geeignete Datenstruktur bleiben entscheidend.
Die Verbindung zwischen Marketing und Daten ist deshalb nicht nur eine technische Frage. Sie betrifft auch die Qualität und Zuverlässigkeit der darauf aufbauenden Prozesse.
Marketing Cloud, Data 360 und Agentforce
Mit Agentforce kann diese Kombination um KI-gestützte Aufgaben erweitert werden.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Ein Unternehmen möchte Kunden nicht mehr ausschließlich anhand statischer Zielgruppen ansprechen. Stattdessen sollen vorhandene Kundendaten, bisherige Interaktionen und aktuelle Informationen genutzt werden, um passende Maßnahmen vorzubereiten oder definierte Prozessschritte auszuführen.
Dafür müssen mehrere Bereiche zusammenspielen:
- Data 360: Welche Informationen werden benötigt, woher stammen sie und wie werden sie zusammengeführt?
- Marketing Cloud: Wie werden die Informationen für Zielgruppen, Kampagnen und Customer Journeys genutzt?
- Agentforce: Welche Aufgaben oder Interaktionen können KI-Agenten innerhalb festgelegter Regeln unterstützen oder automatisieren?
Die technische Umsetzung hängt von den eingesetzten Salesforce-Produkten, den verfügbaren Schnittstellen und dem jeweiligen Anwendungsfall ab.
Für Fachkräfte entsteht dadurch ein Kompetenzfeld, das Marketingwissen mit Datenverständnis, Automatisierung und KI verbindet.
Agentforce verändert auch das Profil von Salesforce-Administratoren
Für Salesforce-Administratoren stellt sich eine andere Frage: Muss ich künftig auch KI-Spezialist sein?
Eine allgemeine Verpflichtung dazu lässt sich aus der Entwicklung nicht ableiten. Allerdings können sich zusätzliche Aufgaben ergeben.
Administratoren beschäftigen sich bereits mit Benutzerverwaltung, Konfiguration, Berechtigungen, Datenmanagement und der Automatisierung über Salesforce Flow.
Bei der Einführung von Agentforce können weitere Fragen hinzukommen:
- Welche Aufgaben soll ein Agent übernehmen?
- Welche Daten benötigt er dafür?
- Welche Berechtigungen gelten?
- Welche Aktionen darf er ausführen?
- Wann ist die Freigabe durch einen Mitarbeiter erforderlich?
- Wie werden Ergebnisse überprüft und Fehler erkannt?
- Wie fügt sich ein Agent in bestehende Geschäftsprozesse ein?
Damit kann sich die klassische Salesforce-Administration stärker mit KI-gestützter Prozessautomatisierung verbinden.
Die Zertifizierung Salesforce Certified Agentforce Specialist passt zu diesem Kompetenzfeld. Salesforce beschreibt sie als Qualifikation für Fachkräfte, die Agentforce verwalten und optimieren und über Kenntnisse der Salesforce-Plattform sowie der Agentforce-Funktionen verfügen.
Wie bei anderen Salesforce-Zertifizierungen können regelmäßige Maintenance-Anforderungen hinzukommen. Die jeweils gültigen Anforderungen sollten direkt bei Salesforce überprüft werden.
Ein Zertifikat allein bedeutet allerdings noch nicht, dass jemand bereits produktive Agentforce-Anwendungen eingerichtet und betreut hat.
Was bedeutet Agentforce für Salesforce Developer?
Auch für Salesforce Developer entstehen zusätzliche Möglichkeiten.
Die Frage, ob Agentforce klassische Entwicklungsaufgaben ersetzen wird, lässt sich nicht pauschal beantworten.
KI-Agenten können bestimmte Aufgaben auf andere Weise unterstützen oder automatisieren. Individuelle Geschäftslogik, komplexe Integrationen, Schnittstellen und technische Anforderungen bleiben jedoch bestehen.
Für Developer kann deshalb insbesondere folgende Kombination interessant sein:
Salesforce Development + APIs + Integration + Agentforce
Ein Entwickler mit diesem Profil kennt nicht nur Apex, Lightning Web Components oder die Salesforce-Plattform. Er versteht auch, wie externe Anwendungen angebunden werden und wie sich KI-Funktionen in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Gerade bei komplexeren Anwendungsfällen benötigt ein Agent möglicherweise Informationen aus ERP-Systemen, Datenbanken oder anderen Unternehmensanwendungen.
Soll ein Agent nicht nur Informationen abrufen, sondern bestimmte Aktionen auslösen, werden Schnittstellen, Berechtigungen und eine kontrollierte Ausführung besonders wichtig.
Dazu kommen technische Aufgaben wie Fehlerbehandlung, Protokollierung, Monitoring und Tests.
Für Salesforce Developer können deshalb API-Kenntnisse, Integrationsarchitektur und Erfahrung mit Agentforce eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Data 360 und Agentforce: Datenkompetenz trifft auf KI
Eine weitere interessante Kombination entsteht zwischen Data 360 und Agentforce.
Ein KI-Agent ist auf zuverlässige Informationen angewiesen. Dabei geht es nicht nur um die Verfügbarkeit von Daten, sondern auch um deren Aktualität, Qualität, Berechtigungen und den jeweiligen Kontext.
Data 360 bietet hierfür Funktionen zur Verbindung und Verarbeitung unterschiedlicher Datenquellen. Salesforce stellt zudem Lerninhalte bereit, die Data 360 mit agentischen Lösungen und Retrieval Augmented Generation (RAG) verbinden.
Bei RAG werden einem KI-System für die Bearbeitung einer Anfrage relevante Informationen aus angebundenen Quellen bereitgestellt. Diese können die Antwort auf eine konkretere Informationsgrundlage stellen.
Allerdings verhindert RAG nicht automatisch Fehler. Ungeeignete oder veraltete Quellen können weiterhin zu falschen Ergebnissen führen.
Für Data-360-Spezialisten kann deshalb Wissen über Agentforce, Datenzugriff und die Nutzung von Unternehmensinformationen interessant sein.
Umgekehrt profitieren Agentforce-Spezialisten davon, Datenmodelle, Datenqualität und Integrationsprozesse besser zu verstehen.
Nicht jeder Data-Spezialist muss dadurch zum KI-Entwickler werden. Aber die Zusammenarbeit beider Kompetenzbereiche kann für die Umsetzung anspruchsvoller Lösungen entscheidend sein.
Welche Salesforce-Skill-Kombination passt zu welcher Rolle?
Für die berufliche Weiterentwicklung lohnt sich ein Blick auf das eigene Ausgangsprofil.
| Ausgangsprofil | Mögliche Kompetenzerweiterung |
|---|---|
| Salesforce Administrator | Flow, Automatisierung und Agentforce |
| Salesforce Developer | APIs, Integration und Agentforce |
| Marketing Cloud Spezialist | Data 360, Datenmodellierung und Agentforce |
| Data 360 Spezialist | Agentforce, Datenintegration und Governance |
| Sales Cloud Consultant | Agentforce Sales und Prozessautomatisierung |
| Service Cloud Consultant | Agentforce Service und Automatisierung |
| Salesforce Architect | Datenarchitektur, Integration und AI Governance |
Diese Kombinationen sind keine festen Karrierewege und keine allgemeingültige Rangfolge besonders gefragter Qualifikationen.
Sie zeigen vielmehr, wie vorhandene Salesforce-Kompetenzen gezielt erweitert werden können.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der bisherigen Erfahrung, dem Aufgabenbereich und den tatsächlichen Anforderungen möglicher Arbeitgeber ab.
Sales Cloud und Agentforce: Neue Aufgaben für Consultants
Auch im Vertrieb können klassische Salesforce-Kenntnisse mit Agentforce verbunden werden.
Sales Cloud Consultants beschäftigen sich unter anderem mit CRM-Prozessen, Vertriebsstrukturen, Datenmodellen, Automatisierung und der Einführung passender Salesforce-Lösungen.
Mit Agentforce kommt die Frage hinzu, welche Vertriebsaufgaben sich durch KI sinnvoll unterstützen lassen.
Ein entsprechend konfigurierter Agent könnte beispielsweise Kundendaten auswerten, Informationen für Vertriebsmitarbeiter vorbereiten oder definierte Prozessschritte unterstützen.
Welche Aufgaben tatsächlich automatisiert werden können, hängt von der technischen Umgebung, den verfügbaren Daten und den Vorgaben des jeweiligen Unternehmens ab.
Salesforce bietet dafür die Zertifizierung Agentforce Sales Consultant an. Sie richtet sich an Fachkräfte, die Sales-Cloud-Lösungen konzipieren und implementieren. Als Voraussetzung nennt Salesforce die Platform Administrator Zertifizierung.
Für erfahrene Sales Cloud Consultants kann Agentforce damit eine fachliche Ergänzung sein, insbesondere wenn sie sich bereits mit Prozessoptimierung und Automatisierung beschäftigen.
Service Cloud und Agentforce: Automatisierung im Kundenservice
Im Service-Umfeld ergeben sich ähnliche Möglichkeiten.
Service Cloud Consultants beschäftigen sich beispielsweise mit Serviceprozessen, Case Management, Wissensmanagement, Automatisierung und der technischen Umsetzung von Kundenservice-Lösungen.
Ein KI-Agent könnte wiederkehrende Anfragen unterstützen, Informationen aus unterschiedlichen Systemen zusammenführen oder bestimmte Aufgaben innerhalb eines Serviceprozesses übernehmen.
Dabei muss klar geregelt sein, welche Vorgänge automatisiert bearbeitet werden dürfen und wann eine Übergabe an einen Mitarbeiter notwendig ist.
Für diese Aufgaben gibt es die Zertifizierung Agentforce Service Consultant. Auch hier führt Salesforce die Platform Administrator Zertifizierung als Voraussetzung auf.
Damit kann sich für Service Cloud Consultants eine Kombination aus Prozesswissen, Automatisierung und Agentforce ergeben.
Die eigentliche Qualifikation besteht jedoch nicht nur darin, einen Agenten zu konfigurieren. Entscheidend ist, ob eine Lösung zuverlässig in bestehende Kundenservice-Prozesse eingebunden werden kann.
Salesforce-Zertifizierung oder praktische Erfahrung?
Eine Zertifizierung kann Fachwissen dokumentieren und bei der beruflichen Weiterentwicklung helfen.
Sie beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage, ob jemand ein komplexes Salesforce-Projekt erfolgreich umsetzen kann.
Gerade bei neuen Themen wie Agentforce ist praktische Erfahrung eine wichtige Ergänzung.
Ein Administrator, der eine entsprechende Zertifizierung besitzt und bereits einen produktiven Agenten eingerichtet, getestet und optimiert hat, bringt andere praktische Erfahrungen mit als jemand, der bisher ausschließlich die Prüfung bestanden hat.
Dasselbe gilt für Data 360.
Eine Zertifizierung dokumentiert Kenntnisse. Projekterfahrung zeigt zusätzlich, wie jemand mit realen Datenquellen, Datenqualität, Berechtigungen, technischen Einschränkungen und bestehenden Systemlandschaften umgeht.
Für Fachkräfte kann es deshalb sinnvoll sein, Zertifizierungen mit praktischen Projekten zu verbinden.
Auch kleinere Anwendungsfälle, interne Projekte oder nachvollziehbar dokumentierte technische Lösungen können helfen, Erfahrungen sichtbar zu machen. Sie ersetzen nicht zwingend umfangreiche Projekterfahrung, zeigen aber die praktische Auseinandersetzung mit den Technologien.
Datenqualität wird zum wichtigen Kompetenzfeld
Mit der stärkeren Nutzung von KI wird die Bedeutung zuverlässiger Unternehmensdaten besonders sichtbar.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten 2025 bereits 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz.
Von den Unternehmen, die KI in Betracht gezogen, aber noch nicht eingesetzt hatten, nannten 44 Prozent Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit oder Qualität der benötigten Daten. 45 Prozent verwiesen auf die Inkompatibilität vorhandener Geräte, Software oder Systeme.
Diese Zahlen beziehen sich auf KI allgemein und nicht speziell auf Salesforce oder Agentforce. Sie verdeutlichen aber die Bedeutung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen.
Wenn Kundeninformationen über mehrere Systeme verteilt sind, Identitäten nicht zuverlässig zusammengeführt werden oder Daten veraltet sind, kann ein KI-Agent diese Probleme nicht allein durch bessere Anweisungen lösen.
Für Salesforce-Fachkräfte wird es deshalb wichtiger, grundlegende Zusammenhänge rund um Datenqualität zu verstehen.
Dazu gehören Fragen wie:
- Welche Daten werden für den Prozess benötigt?
- Wo befinden sich diese Informationen?
- Wie werden unterschiedliche Datenquellen miteinander verbunden?
- Sind die Informationen aktuell und zuverlässig?
- Welche Berechtigungen gelten?
- Welche Auswirkungen haben fehlerhafte Daten auf automatisierte Prozesse?
Nicht jeder Salesforce Consultant muss dafür zum Data Engineer werden.
Ein grundlegendes Verständnis von Datenstrukturen und Datenqualität hilft jedoch dabei, technische Anforderungen realistischer zu beurteilen.
Integration und APIs bleiben wichtige Grundlagen
Salesforce ist in vielen Unternehmen Teil einer größeren IT-Landschaft.
Neben CRM-Anwendungen werden beispielsweise ERP-Systeme, E-Commerce-Plattformen, Datenbanken, Marketinglösungen und weitere Anwendungen eingesetzt.
Damit Agentforce innerhalb dieser Umgebung sinnvoll arbeiten kann, müssen Informationen und Aktionen gegebenenfalls systemübergreifend verfügbar sein.
Für Developer und Architects sind APIs, Integrationsplattformen und geeignete Schnittstellen deshalb wichtige Kompetenzfelder.
Aber auch Consultants und Administratoren profitieren davon, technische Zusammenhänge nachvollziehen zu können.
Wer versteht, welche Daten über welche Schnittstellen ausgetauscht werden und wo eine Aktion tatsächlich ausgeführt wird, kann Anforderungen an Automatisierung und KI besser einschätzen.
Integration ist dabei kein neues Salesforce-Thema. Mit Agentforce können sich jedoch zusätzliche Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Kontrolle ergeben.
Security und Governance gehören ebenfalls zum Skillset
Je mehr Aufgaben ein KI-Agent übernehmen darf, desto wichtiger werden klare Regeln.
Welche Informationen darf ein Agent lesen? Welche Daten darf er verändern? Welche Aktionen darf er ausführen? Und wie lässt sich nachvollziehen, was im Rahmen eines automatisierten Prozesses passiert ist?
Damit werden Security und Governance zu wichtigen Bestandteilen entsprechender Projekte.
Neben technischen Berechtigungen müssen Unternehmen Verantwortlichkeiten, Datenschutz, interne Vorgaben und gegebenenfalls regulatorische Anforderungen berücksichtigen.
Seit dem 2. August 2026 gelten zudem bestimmte Transparenzpflichten des europäischen AI Act nach Artikel 50.
Die Europäische Kommission veröffentlichte dazu im Juli 2026 Leitlinien.
Je nach eingesetztem System und konkretem Anwendungsfall kann beispielsweise relevant sein, dass Menschen darüber informiert werden müssen, wenn sie direkt mit einem KI-System interagieren. Welche Pflichten für Anbieter beziehungsweise Betreiber gelten, ist im Einzelfall zu prüfen.
Für Salesforce-Fachkräfte bedeutet das nicht, dass sie selbst die juristische Bewertung übernehmen müssen.
Sie sollten jedoch erkennen können, wann Datenschutz, Informationssicherheit oder regulatorische Fragen in ein Projekt einbezogen werden müssen.
Gerade an den Schnittstellen zwischen Technik, Geschäftsprozessen und Governance können dadurch zusätzliche Aufgaben entstehen.
Was bedeutet diese Entwicklung für den Salesforce-Arbeitsmarkt?
Die neuen Technologien verändern nicht automatisch die Nachfrage nach jeder Salesforce-Rolle.
Die Bundesagentur für Arbeit beschrieb den deutschen IKT-Arbeitsmarkt im Juli 2026 als Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Schwäche und strukturellem Wandel.
Während die kurzfristige Nachfrage durch die konjunkturelle Entwicklung gedämpft wird, steigen durch Digitalisierung, Automatisierung und neue KI-Technologien die Anforderungen an die Kompetenzen von IT-Fachkräften.
Für Salesforce lässt sich daraus nicht ableiten, dass Unternehmen grundsätzlich mehr Personal einstellen oder bereits flächendeckend Agentforce-Spezialisten suchen.
Es zeigt jedoch, warum die Weiterentwicklung technischer Kompetenzen an Bedeutung gewinnen kann.
Ein Unternehmen benötigt möglicherweise einen Marketing Cloud Spezialisten mit zusätzlichen Kenntnissen in Data 360.
Ein anderes sucht einen Salesforce Developer, der neben Apex auch Integrationsarchitekturen und APIs beherrscht.
Wieder ein anderes benötigt einen Consultant, der CRM-Prozesse, Datenmanagement und KI-gestützte Automatisierung gemeinsam betrachten kann.
Ein konkretes Beispiel aus unserem Recruiting-Umfeld ist die Position Senior Salesforce Specialist – Marketing Cloud & Data Cloud. In dieser im August 2026 veröffentlichten Stellenanzeige werden unter anderem Marketing Automation, Datenarchitekturen, Integrationen und die technische Weiterentwicklung einer Salesforce-Plattform miteinander verbunden.
Das ist kein repräsentativer Nachweis für den gesamten Salesforce-Arbeitsmarkt. Es zeigt aber, dass solche kombinierten Kompetenzprofile in konkreten Stellenanforderungen vorkommen.
Welche Salesforce-Skills sollte ich als Nächstes lernen?
Die Antwort muss nicht lauten, möglichst viele zusätzliche Zertifizierungen abzulegen.
Sinnvoller ist zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Kompetenzen und bisherigen Projekterfahrungen.
Welche Aufgaben übernehmen Sie bereits? Welche Technologien nutzen Sie regelmäßig? Und welche angrenzenden Fähigkeiten würden Ihr bestehendes Profil sinnvoll ergänzen?
Für unterschiedliche Rollen können sich daraus verschiedene Schwerpunkte ergeben.
Salesforce Administratoren könnten sich intensiver mit Flow, Agentforce, Berechtigungen und automatisierten Prozessen beschäftigen.
Salesforce Developer könnten ihre Kenntnisse in APIs, Integrationsarchitekturen und Agentforce erweitern.
Marketing Cloud Spezialisten könnten Data 360, Datenmodellierung und datenorientierte Marketingprozesse vertiefen.
Sales und Service Cloud Consultants könnten sich mit KI-gestützter Automatisierung innerhalb ihrer jeweiligen Fachprozesse auseinandersetzen.
Salesforce Architects könnten insbesondere von zusätzlichen Kenntnissen in Datenarchitektur, Systemintegration, Security und AI Governance profitieren.
Dabei sind praktische Erfahrungen und berufliche Ziele ebenso wichtig wie formale Qualifikationen.
Wer beispielsweise bereits umfangreiche Erfahrung in der Salesforce-Integration besitzt, muss nicht bei null beginnen. Zusätzliche Agentforce-Kenntnisse können an vorhandene Fähigkeiten anknüpfen.
Nicht die Anzahl der Zertifikate entscheidet über das Kompetenzprofil
Die Salesforce-Zertifizierungslandschaft zeigt, wie sich das Ökosystem weiterentwickelt.
Klassische Plattformzertifizierungen bleiben relevant. Gleichzeitig schaffen Data 360, Agentforce und neue Consultant-Zertifizierungen zusätzliche Möglichkeiten zur Spezialisierung.
Für Salesforce-Fachkräfte kann es deshalb sinnvoll sein, nicht nur das nächste Zertifikat zu betrachten, sondern das gesamte Kompetenzprofil.
Welche Aufgaben können Sie bereits übernehmen? Welche angrenzenden Technologien verstehen Sie? Und welche Fähigkeiten helfen Ihnen, komplexere Geschäftsprozesse und technische Anforderungen zu bewältigen?
Für Unternehmen wiederum kann eine reine Auswahl nach vorhandenen Zertifikaten zu kurz greifen.
Entscheidend ist häufig, ob Bewerber neben dem jeweiligen Salesforce-Produkt auch die relevanten Geschäftsprozesse, Integrationen und technischen Zusammenhänge verstehen.
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur: „Welche Salesforce-Zertifizierungen besitze ich?“ Sondern auch: „Welche Probleme kann ich mit meinem Salesforce-Wissen lösen und welche zusätzlichen Kompetenzen helfen mir dabei?“
Genau an diesen Schnittstellen zwischen CRM, Daten, Automatisierung und KI können sich neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben.
Wie Agentforce selbst Unternehmen und IT-Abteilungen verändert, erfahren Sie auch in unserem Beitrag Salesforce Agentforce: Wie KI-Agenten Unternehmen und IT verändern.











