Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem festen Bestandteil des SAP-Ökosystems. Mit SAP Business AI, Joule, KI-Agenten und neuen Plattformdiensten entstehen Möglichkeiten, Geschäftsprozesse zu unterstützen, Anwendungen zu erweitern und KI-Lösungen in Unternehmenslandschaften zu integrieren.
Für SAP-Berater, Entwickler und Architekten stellt sich deshalb eine konkrete Frage: Welche Kenntnisse sollten sie aufbauen, um fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben und ihre bestehenden Kompetenzen sinnvoll zu erweitern?
Die Antwort hängt vom jeweiligen Berufsprofil ab. Ein FI/CO-Berater benötigt andere Kenntnisse als ein ABAP-Entwickler, ein BTP-Spezialist oder ein AI Engineer. Während funktionale Berater zunächst die Anwendungsmöglichkeiten von KI in ihren Geschäftsprozessen verstehen sollten, können technische Fachkräfte zusätzlich Kompetenzen in der Entwicklung, Integration und Verwaltung von KI-Lösungen aufbauen.
SAP stellt dafür verschiedene Lernkurse, Learning Journeys und Zertifizierungen bereit. Dieser Ratgeber zeigt, welche Technologien relevant sind, welche Lernangebote SAP anbietet und wie sich daraus ein individueller Weiterbildungsplan entwickeln lässt.

SAP Business AI: Die Grundlage für den Einstieg
SAP Business AI umfasst KI-Funktionen und Technologien, die in SAP-Anwendungen integriert oder über die SAP Business Technology Platform für eigene Lösungen genutzt werden können.
Dabei geht es nicht nur um generative KI. Auch maschinelles Lernen, intelligente Dokumentenverarbeitung, Prozessautomatisierung und die Verbindung von KI mit Unternehmensdaten spielen eine Rolle.
Für die berufliche Weiterentwicklung ist es deshalb sinnvoll, zunächst die grundlegenden Zusammenhänge zu verstehen. Dazu gehören die Unterschiede zwischen bereits integrierten KI-Funktionen, der Entwicklung eigener KI-Anwendungen und der technischen Plattform, auf der solche Lösungen betrieben werden.
Ein guter Einstieg ist der SAP-Lernkurs Experiencing SAP Business AI. Er vermittelt einen Überblick über SAP Business AI und behandelt unter anderem Joule, AI Foundation und verantwortungsvolle KI.
Für wen ist dieser Einstieg geeignet?
- Funktionale SAP-Berater, die KI-Anwendungsfälle in ihrem Fachbereich verstehen möchten
- Technische Consultants, die sich einen Überblick über das SAP-KI-Ökosystem verschaffen wollen
- Entwickler, die einen strukturierten Einstieg in die SAP-KI-Technologien suchen
- Architekten, die verschiedene KI-Komponenten in einer SAP-Landschaft einordnen müssen
Wer die Grundlagen kennt, kann anschließend gezielt in denjenigen Bereich einsteigen, der zum eigenen Aufgabenfeld passt.
AI Built into ERP: KI direkt in SAP-Geschäftsprozessen
Ein wichtiger Bereich ist die Integration von KI in ERP-Anwendungen. SAP verfolgt das Ziel, KI dort verfügbar zu machen, wo Geschäftsvorgänge bearbeitet und Entscheidungen getroffen werden.
Dazu gehören KI-Funktionen in unterstützten SAP-Anwendungen, die Anwender beispielsweise bei der Informationssuche, bei der Bearbeitung von Geschäftsvorgängen oder bei der Analyse von Daten unterstützen können.
Auch Joule ist Teil dieser Entwicklung. Der KI-Assistent ermöglicht eine natürlichsprachliche Interaktion mit unterstützten SAP-Anwendungen und kann – abhängig von Produkt, Funktion und Berechtigung – Informationen bereitstellen oder Aktionen unterstützen.
Welche Weiterbildung ist für funktionale Berater sinnvoll?
Für funktionale SAP-Berater steht nicht unbedingt die technische Entwicklung von KI-Modellen im Vordergrund. Wichtiger ist zunächst, zu verstehen:
- Welche KI-Funktionen im eigenen SAP-Fachbereich verfügbar sind
- Wie Joule und andere KI-Funktionen bestehende Geschäftsprozesse unterstützen
- Welche Voraussetzungen hinsichtlich Daten, Berechtigungen und Systemversionen bestehen
- Wie sich die Ergebnisse einer KI-Anwendung fachlich überprüfen lassen
- Welche Prozessschritte automatisiert werden können und wo menschliche Entscheidungen erforderlich bleiben
Ein Berater mit Schwerpunkt SAP Finance kann beispielsweise untersuchen, wie KI die Bearbeitung von Finanzinformationen unterstützt. Im Bereich Supply Chain können andere Anwendungsfälle relevant sein als im Personalwesen oder im Einkauf.
Wichtig ist, zwischen dem allgemeinen Konzept „AI Built into ERP“ und den tatsächlich verfügbaren Funktionen zu unterscheiden. Nicht jede KI-Funktion steht in jeder SAP-Lösung, jeder Edition oder jeder Systemversion zur Verfügung. Konkrete Einsatzmöglichkeiten sollten daher anhand der offiziellen SAP-Produktdokumentation geprüft werden.
SAP Joule: KI-Assistent und Einstieg in neue Anwendungsmöglichkeiten
Joule ist ein zentraler Bestandteil der SAP-Business-AI-Strategie. Der Assistent soll Anwender bei ihrer Arbeit unterstützen und den Zugang zu Informationen und Funktionen in SAP-Anwendungen vereinfachen.
Für SAP-Fachkräfte ist es sinnvoll, zunächst die grundlegenden Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Joule kennenzulernen. Dazu gehört auch, wie der Assistent in Geschäftsprozesse eingebettet wird und welche Rolle Unternehmensdaten und Berechtigungen spielen.
Für funktionale Berater kann dieses Wissen dabei helfen, KI-Anwendungsfälle im eigenen Modul zu bewerten. Technische Consultants können darauf aufbauend untersuchen, wie Joule erweitert und mit zusätzlichen Funktionen verbunden werden kann.
Empfehlenswerte Lernangebote
- Experiencing SAP Business AI – Einstieg in die SAP-Business-AI-Funktionen und ihre Einsatzmöglichkeiten.
- SAP Learning: Artificial Intelligence – zentrale Anlaufstelle für SAP-Lernangebote zum Thema KI.
Wer nicht nur Joule nutzen, sondern eigene KI-Funktionen entwickeln möchte, sollte sich zusätzlich mit Joule Studio und SAP Build beschäftigen.
Joule Studio und KI-Agenten: Eigene Funktionen entwickeln
Joule Studio ermöglicht es, individuelle KI-Agenten und Erweiterungen für das SAP-Umfeld zu entwickeln. In Verbindung mit SAP Build können Unternehmen eigene Funktionen und Workflows erstellen, die auf konkrete Geschäftsanforderungen zugeschnitten sind.
Dabei geht es nicht allein darum, eine Frage an ein Sprachmodell zu stellen. KI-Agenten können – abhängig von der konkreten Implementierung – Informationen aus unterschiedlichen Quellen nutzen, Werkzeuge aufrufen und mehrere Schritte innerhalb eines definierten Prozesses ausführen.
Für Entwickler und technische Consultants eröffnet das einen eigenen Weiterbildungsbereich.
Welche Kenntnisse sind sinnvoll?
- Grundlagen generativer KI und von KI-Agenten
- Gestaltung von Agenten, Skills und Workflows
- Integration in SAP-Anwendungen und Geschäftsprozesse
- Umgang mit APIs und Unternehmensdaten
- Berechtigungen, Sicherheitsanforderungen und Governance
- Prüfung und Überwachung der Ergebnisse
Ein kompakter Einstieg ist der SAP-Kurs Introducing Joule Studio. Er dauert laut SAP ungefähr 36 Minuten und vermittelt die Positionierung von Joule Studio innerhalb der SAP Business AI Platform sowie Grundlagen zu Agenten und Automatisierungen.
Für eine weitergehende Beschäftigung empfiehlt sich außerdem die offizielle Lernseite SAP Build. Sie bündelt Lernangebote zu Anwendungsentwicklung, Prozessautomatisierung und Agentenentwicklung.
Für wen ist dieser Schwerpunkt interessant?
- SAP-Entwickler
- BTP- und Cloud-Entwickler
- Technische Consultants
- Solution Architects
- Fachkräfte, die sich in Richtung KI-gestützte Anwendungsentwicklung entwickeln möchten
Der Einstiegskurs allein vermittelt noch keine umfassende Entwicklerqualifikation. Wer eigene Agenten produktiv einsetzen möchte, benötigt zusätzlich Kenntnisse über Datenzugriffe, Schnittstellen, Berechtigungen und die jeweilige technische Umgebung.
SAP AI Foundation: Die Plattform hinter den KI-Funktionen
Während Joule und Joule Studio konkrete Möglichkeiten zur Interaktion und Entwicklung bieten, bildet SAP AI Foundation einen übergeordneten Bestandteil der technischen Grundlage für die Entwicklung, Integration und den Betrieb von KI-Lösungen.
SAP beschreibt AI Foundation als Bestandteil der SAP Business AI Platform. In diesem Zusammenhang spielen unter anderem Joule Studio, der Generative AI Hub und SAP Document AI eine Rolle.
Für technische Fachkräfte ist es hilfreich, diese Komponenten nicht isoliert zu betrachten, sondern ihre Aufgaben innerhalb einer gesamten KI-Architektur zu verstehen.
Welche Lerninhalte sind relevant?
- Aufbau und Komponenten der SAP Business AI Platform
- Entwicklung und Erweiterung von KI-Lösungen
- Integration von KI in SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen
- Nutzung von Unternehmensdaten als fachlichen Kontext
- Sicherheits-, Governance- und Betriebsanforderungen
Einen Einstieg bietet der SAP-Lernkurs Experiencing SAP Business AI. Die Lektion Describing AI Foundation Capabilities behandelt die Rolle der Plattform und ihre wesentlichen Fähigkeiten.
AI Foundation ist dabei eher als übergreifender Plattformkontext zu verstehen als als einzelnes Fachmodul, für das jeder SAP-Berater eine separate Qualifikation benötigt.
SAP AI Core: KI-Workloads und Modelle betreiben
SAP AI Core ist ein Service der SAP Business Technology Platform. Er unterstützt die Ausführung und Verwaltung von KI-Szenarien und bietet Funktionen für den Lebenszyklus von KI-Artefakten, Workflows und Modellen.
Der Service richtet sich vor allem an Fachkräfte, die KI-Lösungen nicht nur anwenden, sondern technisch implementieren und betreiben möchten.
Zu den relevanten Themen gehören unter anderem:
- Ausführung von KI-Workflows
- Bereitstellung und Betrieb von Modellen
- Verwaltung von KI-Artefakten
- Nutzung von APIs
- Integration in Anwendungen
- Zugriff auf generative KI-Funktionen über den Generative AI Hub
Die konkreten Aufgaben hängen von der jeweiligen Architektur und dem eingesetzten Serviceumfang ab.
Offizielle SAP-Weiterbildung
Der Kurs Introduction to AI Core vermittelt Grundlagen zur Verwendung von SAP AI Core und SAP AI Launchpad. Er behandelt unter anderem die Konfiguration der Umgebung sowie den Umgang mit KI-Szenarien.
Für eine vertiefende Beschäftigung bietet sich außerdem die SAP-Learning-Journey Solving Business Problems using SAP’s Generative AI Hub an.
Geeignet ist dieser Schwerpunkt insbesondere für:
- Entwickler mit Erfahrung in Cloud- und API-Technologien
- AI Engineers und Data Scientists
- Technische SAP-Architekten
- BTP-Spezialisten
- Fachkräfte, die KI-Workloads in Anwendungen integrieren möchten
AI Core ist kein klassisches ERP-Modul. Für einen funktionalen SAP-Berater ohne technischen Entwicklungsbezug ist eine Beschäftigung mit dem Service daher nicht automatisch der sinnvollste nächste Schritt.
SAP AI Launchpad: KI-Szenarien verwalten und überwachen
SAP AI Launchpad ergänzt SAP AI Core. Es handelt sich um eine SaaS-Anwendung auf der SAP BTP, mit der sich KI-Szenarien über unterstützte KI-Laufzeitumgebungen hinweg verwalten lassen.
Die Aufgaben unterscheiden sich damit von denen von AI Core:
- SAP AI Core stellt die Laufzeit- und Lebenszyklusfunktionen für KI-Szenarien bereit.
- SAP AI Launchpad bietet eine zentrale Oberfläche für die Verwaltung und Überwachung entsprechender Szenarien.
- Generative AI Hub stellt Funktionen zur Nutzung und Orchestrierung generativer KI-Modelle bereit und ist in die entsprechenden SAP-AI-Core- und AI-Launchpad-Funktionen eingebunden.
Für technische Fachkräfte ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie verschiedene Aufgaben innerhalb einer KI-Lösung abbildet.
Wer sich mit AI Launchpad beschäftigt, sollte insbesondere die Verwaltung von Szenarien, die Verbindung zu KI-Laufzeitumgebungen und den Lebenszyklus von Modellen und Prompts verstehen.
Passende Lernangebote
AI Launchpad ist vor allem für technische Consultants, AI Engineers und Architekten interessant, die sich mit dem Betrieb und der Verwaltung von KI-Lösungen befassen möchten.
Generative AI Hub: Sprachmodelle, Prompts und Orchestrierung
Der Generative AI Hub ist ein weiterer wichtiger Baustein im SAP-KI-Ökosystem. Er ermöglicht den Zugriff auf unterstützte generative KI-Modelle und bietet Funktionen, um deren Nutzung in Anwendungen und KI-Workflows zu integrieren.
Dabei geht es um mehr als die Formulierung einzelner Prompts. Für produktive Unternehmensanwendungen spielen auch Orchestrierung, Datenkontext, Sicherheitsmechanismen und die Überprüfung der Ergebnisse eine Rolle.
Welche Fähigkeiten können Fachkräfte aufbauen?
- Grundlagen großer Sprachmodelle
- Prompt Engineering und Prompt-Management
- Orchestrierung von KI-Aufrufen
- Einbindung von Unternehmenswissen
- Umgang mit Datenmaskierung und Content-Filtern
- Bewertung und Verbesserung der Ergebnisse
SAP stellt hierfür die Lern-Journey Solving Business Problems using SAP’s Generative AI Hub bereit.
Ergänzend vermittelt der Kurs Using Advanced AI Techniques with SAP’s Generative AI Hub Grundlagen zur Einbindung von Unternehmenswissen in generative KI-Anwendungen.
Diese Weiterbildung kann für Entwickler, Data Scientists und technische Consultants sinnvoll sein, die eigene KI-Lösungen erstellen oder generative KI in bestehende SAP-Anwendungen integrieren möchten.
SAP Knowledge Graph und Grounding: Unternehmensdaten richtig einordnen
Ein Sprachmodell kann sprachlich überzeugende Antworten erzeugen. In Unternehmensanwendungen reicht das allein jedoch nicht aus: Die Ergebnisse müssen zum tatsächlichen Geschäftsprozess, zu den verwendeten Daten und zu den Beziehungen zwischen Geschäftsentitäten passen.
Hier kommen Konzepte wie Grounding und der SAP Knowledge Graph ins Spiel.
Grounding bezeichnet die Einbindung relevanter Informationen in die Verarbeitung durch ein KI-Modell. Ein bekanntes Verfahren ist Retrieval-Augmented Generation (RAG), bei dem passende Informationen aus einer Wissensbasis abgerufen und als Kontext für die Antwort verwendet werden.
Der SAP Knowledge Graph dient dazu, Geschäftsobjekte und ihre Beziehungen fachlich einzuordnen. Damit kann er KI-Anwendungen helfen, Unternehmensdaten im jeweiligen Geschäftskontext zu verstehen.
Warum ist das für die Weiterbildung interessant?
Für technische Fachkräfte ergeben sich daraus mehrere Lernfelder:
- Datenmodelle und semantische Beziehungen
- Grounding und RAG
- Vektorsuche und Wissensbasen
- Verbindung von SAP-Daten mit KI-Anwendungen
- Bewertung der Qualität und Nachvollziehbarkeit von KI-Ergebnissen
Ein passender Einstieg ist die SAP-Lektion Exploring SAP Knowledge Graph.
Für eine technischere Vertiefung empfiehlt sich außerdem Using Advanced AI Techniques with SAP’s Generative AI Hub.
Diese Themen sind insbesondere für Entwickler, Datenarchitekten und technische Consultants relevant. Sie sind nicht zwingend für jeden SAP-Fachberater erforderlich, können aber eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die Arbeit zunehmend Datenintegration und KI-Anwendungen umfasst.
SAP Document AI: Geschäftsdokumente intelligent verarbeiten
Ein weiterer Bereich, der im Zusammenhang mit SAP Business AI interessant ist, ist die Verarbeitung von Geschäftsdokumenten.
SAP Document AI unterstützt die automatisierte Erfassung und Verarbeitung von Informationen aus Dokumenten wie Rechnungen, Formularen und anderen strukturierten oder unstrukturierten Unterlagen.
Dabei werden Informationen aus Dokumenten extrahiert und für nachfolgende Prozesse verfügbar gemacht. Die Ergebnisse müssen je nach Anwendungsfall geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Für welche Berufsprofile ist das relevant?
- SAP-Finance-Berater
- Consultants für Einkauf und Logistik
- Entwickler, die Dokumentenverarbeitung integrieren möchten
- Spezialisten für Prozessautomatisierung
- Technische Berater, die dokumentenbasierte Geschäftsprozesse verbessern
SAP beschreibt die Grundlagen in der Lektion Describing SAP AI Foundation.
Für technische Fachkräfte ist insbesondere die Verbindung von Dokumentenverarbeitung, Schnittstellen und nachfolgenden Geschäftsprozessen interessant. Funktionale Berater können sich darauf konzentrieren, passende Einsatzmöglichkeiten und die fachlichen Anforderungen ihres Bereichs zu verstehen.
SAP Build Process Automation: KI mit Workflows verbinden
Nicht jede Automatisierung benötigt einen KI-Agenten. Viele Unternehmensprozesse lassen sich weiterhin durch klar definierte Workflows, Regeln und Schnittstellen abbilden. In anderen Szenarien kann KI diese Prozesse ergänzen, beispielsweise bei der Verarbeitung von Dokumenten oder der Bearbeitung unstrukturierter Informationen.
SAP Build Process Automation bietet Werkzeuge zur Erstellung und Verwaltung von Workflows und Automatisierungen. Die Lösung verbindet Prozessautomatisierung mit Funktionen wie Robotic Process Automation und weiteren Integrationsmöglichkeiten.
Für SAP-Fachkräfte ist das besonders interessant, wenn sie Prozesse nicht nur analysieren, sondern auch technisch umsetzen möchten.
Empfehlenswerte Weiterbildung
Der Kurs Developing with SAP Build Process Automation dauert laut SAP ungefähr sechs Stunden und 53 Minuten. Er behandelt unter anderem die Entwicklung von Automatisierungen, fortgeschrittene Prozessfunktionen und die Integration anderer Anwendungen über APIs.
Die Lektion Leveraging AI in SAP Build Process Automation erläutert, wie KI die Automatisierung von Prozessen unterstützen kann.
Dieser Schwerpunkt passt besonders zu technischen Consultants, Prozessspezialisten und Entwicklern, die sich mit Workflow-Design, Automatisierung und Systemintegration beschäftigen.
SAP BTP und Integration Suite: Die Verbindung zwischen Anwendungen
KI-Funktionen entfalten ihren Nutzen häufig erst dann, wenn sie mit den richtigen Daten, Anwendungen und Geschäftsprozessen verbunden sind. Deshalb bleiben Kenntnisse der SAP Business Technology Platform und der Integration Suite ein wichtiger Baustein technischer SAP-Profile.
Die SAP BTP unterstützt unter anderem die Entwicklung von Erweiterungen und die Integration von Anwendungen. Die Integration Suite stellt Funktionen zur Verbindung von Systemen, APIs und Prozessen bereit.
Für technische Berater und Entwickler ist es deshalb sinnvoll, vorhandene Kenntnisse in diesen Bereichen gezielt zu vertiefen.
Empfehlenswerte Lernpfade
- Developing with SAP Integration Suite – für Integration Consultants und Entwickler.
- Building Side-by-Side Extensions on SAP BTP – für Entwickler, die Erweiterungen außerhalb des SAP-Kernsystems umsetzen möchten.
- SAP Build – für Anwendungsentwicklung, Automatisierung und die Entwicklung von KI-Agenten.
Wer bereits Erfahrung mit APIs, Cloud-Anwendungen oder Integrationsarchitekturen besitzt, kann diese Kenntnisse als Grundlage für die Einbindung von KI-Funktionen nutzen.
SAP Business Data Cloud und Analytics: Datenkompetenz erweitern
KI-Anwendungen benötigen einen geeigneten Datenkontext. Deshalb kann es für bestimmte SAP-Berufsprofile sinnvoll sein, Kenntnisse in Datenintegration, Datenmodellierung und Analytics aufzubauen oder zu vertiefen.
SAP Business Data Cloud verbindet Daten- und Analysefunktionen und unterstützt die Bereitstellung von Geschäftsdaten für analytische und intelligente Anwendungen.
Für Data Engineers, Analytics Consultants und Datenarchitekten kann dieser Bereich deshalb eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Ein möglicher Einstieg ist die Learning Journey Exploring SAP Business Data Cloud.
Ergänzend bietet SAP den Kurs Introducing SAP Business Data Cloud an.
Welche Kompetenzen sind hier relevant?
- Datenintegration und Datenqualität
- Datenmodelle und semantischer Geschäftskontext
- Analytics und Reporting
- Grundlagen von Datenarchitekturen für KI-Anwendungen
- Verbindung von Unternehmensdaten mit KI-gestützten Prozessen
Dieser Schwerpunkt ist besonders für Fachkräfte geeignet, die bereits in Analytics, Data Engineering, SAP Datasphere oder verwandten Bereichen tätig sind.
ABAP und moderne SAP-Entwicklung: Bestehendes Wissen weiterentwickeln
Die Entwicklung von SAP Business AI bedeutet nicht, dass ABAP-Entwickler ihre bisherige Spezialisierung aufgeben müssen. Vielmehr können moderne Entwicklungskenntnisse eine Grundlage für die Erweiterung von SAP-Anwendungen und die Integration neuer Funktionen bilden.
Relevant sind unter anderem moderne ABAP-Entwicklung, das ABAP RESTful Application Programming Model (RAP), Clean-Core-Prinzipien und die Entwicklung von Erweiterungen.
Ein passender Einstieg ist die Learning Journey Acquiring Core ABAP Skills.
Für Entwickler, die sich in Richtung KI-Anwendungen weiterentwickeln möchten, ist es sinnvoll, diese Grundlagen mit Kenntnissen in SAP BTP, Joule Studio oder dem Generative AI Hub zu kombinieren.
Dabei gilt: KI-generierter Code muss fachlich bewertet, getestet und auf Sicherheit sowie Wartbarkeit geprüft werden. Das Verständnis der zugrunde liegenden Geschäftslogik bleibt unverzichtbar.
Responsible AI und Sicherheit: Ein wichtiges Querschnittsthema
Bei KI-Anwendungen in Unternehmen spielen Datenschutz, Berechtigungen, Sicherheit und nachvollziehbare Ergebnisse eine zentrale Rolle. Das gilt besonders dann, wenn KI mit sensiblen Daten arbeitet oder Aktionen in Geschäftsprozessen auslösen kann.
SAP behandelt verantwortungsvolle KI als Bestandteil seines Business-AI-Ansatzes. Dazu gehören unter anderem menschliche Aufsicht, Datenschutz, Transparenz und die Berücksichtigung möglicher Risiken.
Für technische Consultants und Architekten sind deshalb auch Kenntnisse in folgenden Bereichen sinnvoll:
- Rollen und Berechtigungen
- Datenschutz und sichere Datenverarbeitung
- Governance und Verantwortlichkeiten
- Nachvollziehbarkeit und Überprüfung von KI-Ergebnissen
- Kontrollmechanismen bei automatisierten Aktionen
- Sicherer Betrieb von Anwendungen auf der SAP BTP
Der SAP-Kurs Architecting Security for SAP Business Technology Platform behandelt unter anderem Identitäts- und Zugriffsmanagement, Cloud-Sicherheit und Aspekte der KI-Sicherheit.
Ergänzend vermittelt die SAP-Lektion Introducing Responsible AI at SAP Grundlagen zum verantwortungsvollen Umgang mit KI.
Diese Kenntnisse sind nicht nur für Spezialisten im Bereich Sicherheit relevant. Auch Entwickler, Architekten und funktionale Berater sollten die Grenzen ihrer KI-Anwendungen kennen und wissen, wann eine menschliche Prüfung notwendig ist.
Welche SAP-Weiterbildung passt zu welchem Berufsprofil?
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Lernrichtungen zusammen. Sie ist als Orientierung gedacht und stellt keine Rangliste der am Arbeitsmarkt gefragtesten Kompetenzen dar.
| Berufsprofil | Möglicher Schwerpunkt | SAP-Lernangebot |
| Funktionaler SAP-Berater | Business AI und KI im ERP | Experiencing SAP Business AI |
| Joule-Anwender und Consultant | Joule und Einsatzmöglichkeiten | SAP Learning: Artificial Intelligence |
| Technischer Consultant | Joule Studio und Agenten | Introducing Joule Studio |
| BTP-Entwickler | Erweiterungen und Cloud-Entwicklung | Building Side-by-Side Extensions on SAP BTP |
| ABAP-Entwickler | Modernes ABAP und Clean Core | Acquiring Core ABAP Skills |
| AI Engineer oder Data Scientist | AI Core und generative KI | Introduction to AI Core |
| KI-Entwickler | Generative AI Hub und Grounding | Solving Business Problems using SAP’s Generative AI Hub |
| Integration Consultant | Schnittstellen und Prozessintegration | Developing with SAP Integration Suite |
| Prozessspezialist | Workflows und Automatisierung | Developing with SAP Build Process Automation |
| Data Engineer oder Analytics Consultant | Datenarchitektur und Analytics | Exploring SAP Business Data Cloud |
| Technischer Architekt | Sicherheit und Governance | Architecting Security for SAP BTP |
Wie sollten SAP-Fachkräfte ihre Weiterbildung planen?
Die Vielzahl der Technologien kann zunächst unübersichtlich wirken. Deshalb ist es sinnvoll, die Weiterbildung in überschaubaren Schritten zu planen.
Schritt 1: Das eigene Profil analysieren
Welche SAP-Module, Programmiersprachen oder Technologien beherrsche ich bereits und welche Aufgaben möchte ich künftig übernehmen? Welche Kenntnisse fehlen mir dafür tatsächlich?
Schritt 2: Einen passenden Lernpfad wählen
Ein funktionaler Berater kann mit Business AI und den KI-Funktionen seines Fachbereichs beginnen. Ein Entwickler kann sich stärker auf Joule Studio, SAP BTP oder AI Core konzentrieren. Ein Integrationsspezialist sollte prüfen, wie sich KI-Funktionen mit bestehenden Schnittstellen und Geschäftsprozessen verbinden lassen.
Schritt 3: Grundlagen und Vertiefung kombinieren
Ein kurzer Überblickskurs ist ein guter Einstieg, ersetzt aber keine praktische Erfahrung. Nach den Grundlagen sollten passende vertiefende Lerninhalte folgen.
Schritt 4: Das Gelernte praktisch anwenden
Wer die Möglichkeit hat, sollte das Wissen in Übungen, Demonstrationen oder geeigneten Projekten anwenden. Für Entwickler können das kleine Integrationsszenarien sein. Funktionale Berater können geeignete Anwendungsfälle aus ihrem Geschäftsbereich analysieren.
Schritt 5: Zertifizierungen gezielt prüfen
Eine Zertifizierung kann sinnvoll sein, wenn sie zum angestrebten Aufgabenbereich passt. Vor der Anmeldung sollten die aktuellen Prüfungsinhalte, Voraussetzungen und Bedingungen direkt bei SAP geprüft werden.
Ein Beispiel ist die SAP Certified – SAP Generative AI Developer. Ob diese Qualifikation sinnvoll ist, hängt vom angestrebten Tätigkeitsbereich und den jeweiligen Anforderungen ab.
Die genannten Kurse und Lernpfade können sich hinsichtlich Umfang, Verfügbarkeit, Zugangsvoraussetzungen und Produktversion ändern. Maßgeblich sind daher immer die aktuellen Angaben auf SAP Learning.
Nicht jede neue SAP-KI-Technologie ist für jedes Profil notwendig
SAP Business AI umfasst weit mehr als Joule. Neben KI-Funktionen in ERP-Anwendungen spielen Joule Studio, AI Foundation, SAP AI Core, SAP AI Launchpad, Generative AI Hub, Document AI und weitere Technologien eine Rolle. Auch Datenkontext, Integration, Prozessautomatisierung und Sicherheit sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Betrachtung.
Für funktionale Berater ist es sinnvoll, die KI-Möglichkeiten im eigenen Geschäftsbereich zu verstehen. Entwickler können sich auf die Entwicklung von Erweiterungen, KI-Agenten und Integrationen konzentrieren. Für AI Engineers und technische Architekten sind zusätzlich der Betrieb von KI-Workloads, die Orchestrierung generativer Modelle und Governance relevant.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Produktnamen zu kennen. Vielmehr sollten SAP-Fachkräfte vorhandene Kompetenzen gezielt ergänzen und ihre Weiterbildung an den eigenen beruflichen Zielen ausrichten.
Die offiziellen Lernangebote von SAP bieten dafür einen guten Ausgangspunkt. Wer sie mit praktischer Erfahrung und fundiertem Fachwissen kombiniert, kann sein Profil systematisch weiterentwickeln.
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Offizielle SAP-Quellen und Lernangebote
Die im Artikel verlinkten Quellen stammen ausschließlich von SAP.
Hinweis: Produktnamen, Funktionsumfänge, Lerninhalte und Zertifizierungsbedingungen können sich ändern. Bitte prüfen Sie die jeweils aktuellen Informationen auf den offiziellen SAP-Seiten.











