Berufliche Erfüllung statt Karriere um jeden Preis: Was, wenn der nächste Schritt nicht der richtige ist?

Was, wenn der nächste Schritt auf der Karriereleiter gar nicht der richtige Schritt für Ihr Leben ist? Vielleicht ist die nächste Führungsposition gut bezahlt, bringt mehr Verantwortung und sieht im Lebenslauf hervorragend aus. Trotzdem kann sie genau das sein, was Sie gerade nicht brauchen. Berufliche Erfüllung entsteht nämlich nicht automatisch durch einen höheren Titel, mehr Gehalt oder mehr Verantwortung.

Bild: KI-generiert

Das gilt nicht nur für Arbeitnehmer. Auch Unternehmen sollten genauer hinschauen. Denn nicht jeder gute Spezialist möchte Führungskraft werden und nicht jeder Mensch, der fachlich hervorragende Arbeit leistet, wird automatisch in einer leitenden Position glücklich. Manchmal sitzt der richtige Mitarbeiter einfach auf dem falschen Platz.

Berufliche Erfüllung ist nicht dasselbe wie Karriere

Karriere wird häufig mit Aufstieg verbunden. Mehr Verantwortung, mehr Gehalt, ein größerer Aufgabenbereich und irgendwann vielleicht die Führungsposition. Dieses klassische Bild von Karriere ist allerdings längst nicht mehr für jeden Menschen attraktiv.

Gerade bei erfahrenen IT Spezialisten kann eine andere Entwicklung sinnvoller sein. Wer beispielsweise seit vielen Jahren als Entwickler, SAP Berater, Systemadministrator oder IT Architekt arbeitet, möchte nicht zwingend Personalverantwortung übernehmen. Vielleicht liegt die persönliche Stärke gerade in der fachlichen Tiefe. Vielleicht macht es Freude, komplexe Probleme zu lösen, Wissen weiterzugeben oder technische Entscheidungen zu treffen.

Eine berufliche Entwicklung muss deshalb nicht immer nach oben führen. Sie kann auch in die Breite gehen, mehr fachliche Verantwortung bedeuten oder schlicht bessere Rahmenbedingungen schaffen.

Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt bei beruflichen Entscheidungen ebenfalls, nicht nur auf die Position zu schauen. Entscheidend sind unter anderem persönliche Stärken, Interessen, Werte und die Frage, welche Tätigkeit tatsächlich zu den eigenen Zielen passt.

Das klingt selbstverständlich. In der Praxis wird diese Frage allerdings erstaunlich selten gestellt.

Der nächste Karriereschritt ist nicht automatisch der nächste richtige Schritt

Ein höheres Gehalt ist attraktiv. Ein besserer Titel ebenfalls. Anerkennung und Einfluss können zusätzliche Motivation schaffen. Problematisch wird es, wenn diese Faktoren zum einzigen Maßstab für beruflichen Erfolg werden.

Denn mit einer Beförderung verändern sich häufig auch die Anforderungen.

Aus dem Spezialisten wird eine Führungskraft. Aus konzentrierter Facharbeit werden Mitarbeitergespräche, Konflikte, Budgetverantwortung, Meetings und strategische Entscheidungen. Wer seine Energie bisher aus fachlichen Herausforderungen gezogen hat, kann in einer solchen Rolle plötzlich feststellen, dass genau das fehlt, was ihm an seiner bisherigen Arbeit Freude gemacht hat.

Das bedeutet nicht, dass Führung schlecht ist. Im Gegenteil. Für manche Menschen ist es genau die richtige Entwicklung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Kann diese Person die nächste Position ausfüllen?“

Sondern:

„Passt diese Position zu dieser Person?“

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Der richtige Spieler auf der richtigen Position

Für Unternehmen steckt darin eine wichtige Erkenntnis. Mitarbeiter sollten nicht ausschließlich danach beurteilt werden, welches Potenzial sie für den nächsten Karriereschritt haben. Genauso wichtig ist die Frage, wo dieses Potenzial heute am besten zur Geltung kommt.

Ein sehr guter Entwickler muss kein guter Teamleiter werden. Eine hervorragende Projektmanagerin muss nicht unbedingt Bereichsleiterin werden wollen. Ein erfahrener IT Spezialist muss nicht zwangsläufig Personalverantwortung übernehmen, um sich weiterzuentwickeln.

Unternehmen können sich deshalb fragen:

Welche Aufgaben geben dieser Person Energie?

Wo liegen ihre tatsächlichen Stärken?

Welche Verantwortung möchte sie übernehmen?

Welche Entwicklung wünscht sie sich selbst?

Und vielleicht besonders wichtig: Was würde passieren, wenn wir nicht versuchen, diese Person in die nächste klassische Karrierestufe zu bringen?

Diese Perspektive kann auch für die Mitarbeiterbindung relevant sein. Wenn Entwicklung im Unternehmen ausschließlich als Aufstieg verstanden wird, entsteht schnell ein unnötiger Druck. Wer nicht führen möchte, bekommt möglicherweise das Gefühl, beruflich stehen zu bleiben.

Dabei kann fachliche Entwicklung genauso wertvoll sein wie disziplinarische Führung.

Berufliche Erfüllung verändert sich im Laufe des Lebens

Was Menschen von ihrer Arbeit erwarten, bleibt nicht zwangsläufig gleich.

Mit Anfang 30 kann die nächste Herausforderung besonders wichtig sein. Mit zunehmender Berufserfahrung können andere Aspekte stärker in den Vordergrund rücken. Familie, Gesundheit, Freizeit, finanzielle Sicherheit oder der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung können plötzlich einen höheren Stellenwert bekommen.

Das ist kein Zeichen von fehlendem Ehrgeiz.

Es ist eine Veränderung der Prioritäten.

Auch die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass berufliche Entscheidungen immer im Zusammenhang mit den persönlichen Lebensumständen betrachtet werden sollten. Dazu gehören beispielsweise Arbeitszeit, Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Ein Mitarbeiter, der heute keine zusätzliche Verantwortung übernehmen möchte, ist nicht automatisch weniger engagiert. Vielleicht möchte er seine Energie bewusst anders einsetzen.

Und für Arbeitnehmer bedeutet es: Sie müssen nicht an einem Karriereplan festhalten, nur weil dieser vor einigen Jahren einmal sinnvoll erschien.

Berufliche Erfüllung braucht nicht immer einen Traumjob

Ein weiterer Irrtum besteht darin, dass berufliche Erfüllung nur dann möglich ist, wenn jemand seine absolute Leidenschaft zum Beruf macht.

Das ist eine hohe Erwartung.

Nicht jeder muss seinen Traumjob finden. Nicht jede Tätigkeit muss einen tiefen Lebenssinn vermitteln. Arbeit kann auch einfach eine Tätigkeit sein, die man gerne macht, die finanzielle Sicherheit schafft und ausreichend Raum für Familie, Freunde, Hobbys oder andere Interessen lässt.

Das Statistische Bundesamt betrachtet die Arbeitszeit ausdrücklich als einen Bestandteil der Qualität von Arbeit. Sie steht nicht nur mit Einkommen und Arbeitsbelastung in Zusammenhang, sondern auch mit der Möglichkeit, berufliche und private Interessen miteinander zu vereinbaren.

Genau deshalb lohnt es sich, den Begriff berufliche Erfüllung weiter zu fassen.

Vielleicht bedeutet sie für einen Menschen fachliche Exzellenz.

Für einen anderen bedeutet sie Sicherheit.

Für einen dritten bedeutet sie möglichst viel Freiheit.

Und für einen vierten bedeutet sie, mit einem guten Team an interessanten Aufgaben zu arbeiten und abends den Laptop schließen zu können.

Keine dieser Definitionen ist grundsätzlich besser als die andere.

Wenn der Job nicht mehr zum Menschen passt

Besonders interessant wird das Thema, wenn Menschen zwar erfolgreich sind, sich aber trotzdem dauerhaft unzufrieden fühlen.

Das kann ein Warnsignal sein.

Vielleicht stimmen die Aufgaben nicht mehr. Vielleicht hat sich die Unternehmenskultur verändert. Vielleicht ist die Arbeitsbelastung dauerhaft zu hoch. Vielleicht wurde eine Führungsrolle übernommen, die eigentlich nie zum eigenen Stärkenprofil gepasst hat.

Gerade in der IT kann dieser Punkt relevant sein. Hohe Geschwindigkeit, komplexe Projekte, ständige Veränderungen und eine große fachliche Verantwortung können langfristig belastend werden.

Unser Beitrag „Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz: Warum Unternehmen darauf achten sollten“ beschäftigt sich genau mit dieser Perspektive. Mentale Gesundheit ist nicht nur eine private Angelegenheit des Mitarbeiters. Sie betrifft auch Führung, Arbeitsorganisation und die langfristige Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

Wer dauerhaft versucht, Menschen gegen ihre Stärken oder gegen ihre persönlichen Bedürfnisse einzusetzen, riskiert irgendwann mehr als Unzufriedenheit.

Das kann zu innerer Kündigung, sinkender Leistungsfähigkeit, Konflikten oder letztlich zur tatsächlichen Kündigung führen.

Was Arbeitgeber aus dem Gedanken der beruflichen Erfüllung lernen können

Unternehmen müssen deshalb nicht jedem Mitarbeiter einen individuellen Karriereplan erstellen. Aber sie sollten regelmäßig mit ihren Mitarbeitern darüber sprechen, was diese tatsächlich wollen.

Das klassische Jahresgespräch reicht dafür nicht immer aus.

Fragen wie „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ können sinnvoll sein. Noch interessanter sind jedoch Fragen wie:

„Welche Aufgaben machen Ihnen derzeit am meisten Freude?“

„Welche Aufgaben kosten Sie unverhältnismäßig viel Energie?“

„Möchten Sie mehr Verantwortung übernehmen oder lieber fachlich tiefer einsteigen?“

„Was müsste sich verändern, damit Sie langfristig gerne hier arbeiten?“

„Passt Ihre aktuelle Rolle noch zu Ihren persönlichen Zielen?“

Solche Gespräche können Überraschungen hervorbringen.

Vielleicht möchte ein Mitarbeiter gar keine Führungskraft werden. Dafür möchte er ein wichtiges technisches Projekt übernehmen.

Vielleicht möchte eine Führungskraft weniger Personalverantwortung und stattdessen wieder stärker fachlich arbeiten.

Vielleicht braucht ein hochqualifizierter Spezialist keine Beförderung, sondern mehr Flexibilität.

Das sind keine Rückschritte. Es sind unterschiedliche Formen beruflicher Entwicklung.

Berufliche Erfüllung und mentale Gesundheit gehören zusammen

Wer ständig versucht, Erwartungen zu erfüllen, die nicht zu den eigenen Bedürfnissen passen, kann auf Dauer an seine Grenzen kommen.

Das betrifft Arbeitnehmer genauso wie Führungskräfte.

Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Standortbestimmung. Nicht erst dann, wenn die Belastung bereits körperlich oder psychisch spürbar wird.

Dabei geht es nicht darum, jede schwierige Phase im Berufsleben als Problem zu betrachten. Jeder Job hat anstrengende Zeiten. Projekte laufen nicht immer nach Plan und auch eine gute Position kann zeitweise stressig sein.

Entscheidend ist die langfristige Richtung.

Gibt mir meine Arbeit überwiegend Energie oder nimmt sie mir dauerhaft Energie?

Kann ich meine Stärken einsetzen?

Passt meine Rolle zu meinen aktuellen Lebenszielen?

Und arbeite ich noch auf ein Ziel hin, das ich selbst wirklich erreichen möchte?

Gerade die letzte Frage wird häufig unterschätzt.

Manchmal verfolgen Menschen jahrelang eine Karriere, die sie irgendwann gar nicht mehr selbst gewählt haben.

Auch für IT Spezialisten lohnt sich ein anderer Blick auf Karriere

Die IT bietet viele Möglichkeiten zur Entwicklung, ohne dass zwangsläufig eine klassische Führungskarriere daraus werden muss.

Fachliche Spezialisierung, Projektverantwortung, Architektur, Beratung, Mentoring oder die Arbeit an neuen Technologien können genauso echte Entwicklungsschritte sein.

Für erfahrene IT Fachkräfte kann deshalb ein Arbeitgeber interessant sein, der unterschiedliche Karrierewege zulässt, denn nicht nur Gehalt und Position sollten bei einem Arbeitgeberwechsel betrachtet werden. Unternehmenskultur, Arbeitsweise und persönliche Werte spielen ebenfalls eine Rolle.

Die Frage bei einem Jobwechsel sollte deshalb nicht nur lauten:

„Welche Position bekomme ich?“

Sondern auch:

„Wie möchte ich eigentlich arbeiten?“

Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber daraus mitnehmen können

Berufliche Erfüllung bedeutet nicht, dass jeder Mensch seinen Beruf lieben muss.

Sie bedeutet auch nicht, dass Karriere unwichtig ist.

Für manche Menschen ist beruflicher Aufstieg ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Sie möchten gestalten, führen, Verantwortung übernehmen und ihre persönlichen Ziele über die Arbeit erreichen. Das ist genauso legitim wie der Wunsch nach einer fachlich anspruchsvollen Position ohne Führungsverantwortung.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Karriere gut oder schlecht ist.

Die entscheidende Frage lautet:

Passt die berufliche Entwicklung noch zu dem Menschen, der sie gehen soll?

Arbeitgeber können dabei genauer hinschauen und ihre Mitarbeiter nicht ausschließlich anhand klassischer Karrierewege entwickeln.

Arbeitnehmer können sich erlauben, den eigenen Weg regelmäßig neu zu bewerten.

Und beide Seiten können davon profitieren.

Denn am Ende ist eine erfolgreiche Besetzung nicht unbedingt die Besetzung der höchsten Position mit der leistungsstärksten Person.

Es ist die richtige Person an der richtigen Stelle.

Erfolg darf unterschiedlich aussehen

Vielleicht ist der nächste Schritt auf der Karriereleiter genau das Richtige für Sie.

Vielleicht ist er es aber auch nicht.

Vielleicht bedeutet berufliche Erfüllung für Sie, eine Führungsposition zu übernehmen. Vielleicht bedeutet sie, endlich wieder mehr Zeit für die Familie zu haben. Vielleicht möchten Sie fachlich wachsen, ohne Personalverantwortung zu übernehmen. Oder Sie suchen schlicht einen Arbeitgeber, dessen Arbeitsweise besser zu Ihrem Leben passt.

All das kann beruflicher Erfolg sein.

Für Unternehmen liegt darin eine wichtige Chance. Wer nicht nur fragt, wer für eine Position geeignet ist, sondern auch, welche Position zu einem Menschen passt, kann Potenziale besser nutzen und Mitarbeiter langfristig binden.

Und für Arbeitnehmer lohnt sich die Frage, ob der eigene Karriereweg tatsächlich noch der eigene Weg ist.

Denn nicht jeder nächste Schritt ist automatisch ein Fortschritt.

Manchmal ist der richtige Schritt auch einer, der nicht auf der Karriereleiter nach oben führt, sondern näher zu dem Leben, das man eigentlich führen möchte.

Sie suchen nicht einfach den nächsten Job, sondern eine Position, die wirklich zu Ihnen passt?

Bei KA Resources unterstützen wir IT Fachkräfte und Unternehmen dabei, passende Perspektiven zusammenzubringen. Dabei geht es nicht nur um fachliche Qualifikationen. Auch Aufgaben, Rahmenbedingungen, persönliche Ziele und die Unternehmenskultur spielen eine Rolle.

Wenn Sie als IT Spezialist über einen Wechsel nachdenken oder als Unternehmen die richtige Person für eine Position suchen, können Sie sich unverbindlich mit uns austauschen.

Transparenzhinweis: Bei der Erstellung dieses Beitrags kamen unterstützend KI-gestützte Tools für Text- und Bildinhalte zum Einsatz. Die inhaltliche Verantwortung sowie die redaktionelle Prüfung liegen bei unserem Team.

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